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Sport und die Feldenkrais-Methode

29. Januar 2018

Sport bedeutet Wettkampf und Leistung, Feldenkrais Leichtigkeit und Spaß. Zusammen ein perfektes Team!

Bei welchen Fragestellungen bietet die Feldenkrais-Methode eine ideale Ergänzung (oder Grundlage) für jede Sportausübung?

  1. Lernen einer Bewegung

Das Lernen einer Bewegung: im sportlichen Alltag wird dabei vor allem durch ständiges Wiederholen ein Lernprozess bezweckt – sowas wie Kacheln zählen im Schwimmbecken. Dazu kommen bestimmte ‚Technikeinheiten‘ (wie einarmiges Kraulen).

Angenommen wird derzeit in den Sportwissenschaften, dass zum Lernen einer Bewegung 20 % Zufalls- Bewegungen und 80% gezielte Bewegungen (also den Armzug fürs Kraulen) nötig sind.

Meist sind nach einiger Zeit diese Technikeinheiten so bekannt, dass sie langweilig sind. Je weniger durch die Gewöhnung eine Aufmerksamkeit dabei ist, umso weniger Erfolg ist jedoch den Übenden beschert.

Die Gruppenstunden der Feldenkrais- Methode sind meist mit viel mehr ‚Durcheinander‘ angelegt-  die Neugierde bleibt erhalten, der Aha- Effekt wird hinterher erlebt, wenn sich unerwartet eine Bewegung erschließt und sich (leichter) ausführen läßt.

  1. Das Präzisieren einer Bewegung

Für das Präzisieren einer Bewegung wird im Sport/ Fitnessbereich auch wiederum auf Wiederholungen, gepaart mit Technik- und Kraftübungen gesetzt.

Was nicht bedacht wird, dass ganz viele Anweisungen unpräzise sind -> ‚Bauch anspannen‘ (ein stabiler Rumpf ist ohne starke Anspannung des geraden Bauchmuskels zu erreichen) und von vielen nicht ausgeführt werden können -weil sie nicht gesagt bekommen, was damit gemeint ist.

Das Präzisieren einer Bewegung ist nicht nur bei Leistungssportler*innen nötig. Auch leistungsorientierte Hobbysportler*innen wollen in Ihrem Bereich über Jahre trainieren und Erfolge erreichen. Damit brauchen sie immer wieder von neuem einen Input um die Bewegungen zu verfeinern.

Zudem: Verletzungen und Überlastungserscheinungen bedürfen für (und nach) der Heilungsphase einen behutsamen Input, der mit gut koordinierten Bewegungsabläufen langfristig den besten Erfolg erbringen.

  1. Inter- und Intramuskuläre Koordination

Alle reden davon- aber niemand hat im sportlichen Alltag gezielte Einheiten dazu (oder ich habe die einfach noch nicht erlebt –ich lasse mich gerne belehren!). Es bleibt immer wieder beim Zufall, bei der Begabung, bei der Einteilung sportlich oder unsportlich.

In meinen Gruppenstunden sage ich immer wieder ‚geh davon aus, dass du die eine oder andere Bewegung in der Stunde nicht (gut) kannst. Wenn mir das gelingt, dann habe ich mit der Feldenkrais-Technik deinem Bewegungsapparat (inklusive dem Gehirn) eine Möglichkeit gegeben, um sich zu verbessern. Und das war meine Absicht. Vergiss für diesen Moment deinen Ehrgeiz, dein Vergleichen, deine Ansprüche.‘

Diese Momente des Scheiterns bedeuten immer wieder Frust –was so alles nicht wirklich sich bewegen lässt. Im Vergleich mit anderen Menschen (ähnlichem Alter, Sport etc.) zeigt sich aber ein klarer Vorsprung. Denn der Lerneffekt zu einer immer präziseren Bewegung summiert sich im Laufe eines Monates/ Jahres/ Jahrzehntes.

Und ist die Vielzahl der beteiligten Muskeln für eine Bewegung ausgewogen beansprucht, sorgt dieser Koordinationszuwachs für einen spontanen Kraftzuwachs.

  1. Umsetzung von Worten in Richtungen und Bewegungen

In den Gruppenstunden wird die Umsetzung von Worten und Richtungen in eine Bewegungsabfolge eingeübt. Ich mache nichts vor. Mir macht es Spaß zuzusehen, wie viele kreative Lösungen möglich sind, um eine Bewegung hin zu schummeln.

Manchmal greife ich ein –eher um zu klären, ob die Person weiß, dass sie sich gerade durchmogelt. Aber ich bin da im Laufe der Jahre recht gelassen geworden. Weil ich weiß, dass durch Fremdkontrolle die Verantwortung unbewusst eher abgegeben wird und damit sich das Wichtignehmen der eigenen Wahrnehmung verliert.

Die Präzisierung der eigenen Kinästhesie (Eigenwahrnehmung) im Laufe der Einheiten führt zu einer selbstständige Kontrolle der Bewegung und des sportlichen Tuns..

  1. Eigenwahrnehmung

Der Atem fließt mit. Fehlerhafte Bewegungsabläufe werden wahrgenommen.

Wir brauchen Zeit um eine Bewegung verfeinern zu können. Wir müssen uns erst herantasten an das ‚was spüre ich da eigentlich?‘

Das Nervensystem braucht Pausen um den nächsten Bewegungsablauf neu zu koordinieren: Dies sind elementare Bestandteile der Gruppenstunden.

Richtung und Umfang einer Bewegung verändern sich, wenn wir durch das ständige eigene Feedback zu besseren Kraftübertragungen kommen.

Gelenke werden geschont. Gerade bei hoher Intensität (sowohl Ausdauer als auch Kraft oder Koordinationsaufwand) wichtig für die Sportlerin/ den Sportler!

Die Muscle- Mind- Connection (bei Muskelaufbautraining ist es ziemlich wichtig zu wissen, ob ich überhaupt den gefragten Muskel anstrenge) führt zu gezielten Übungssequenzen.

  1. Regeneration

Meine Erfahrung mit der Feldenkrais-Methode zum Thema Regeneration ist ganz einfach: Wenn ich kleine Sequenzen nach meinem Krafttraining einbaue, bekomme ich selten Muskelkater. Durch die Aufmerksamkeit, die langsamen aber gezielten Bewegungen wird der Stoffwechsel in diesen Bereichen erhöht. Regeneration und Muskelaufbau finden leichter statt.

Dazu bekomme ich mit Feldenkrais- Lektionen (sowohl Einzelstunden als auch Gruppenstunden) die Full-Range-of-Motion. Erstmal, um eine Übung (wie Kniebeugen) überhaupt ausführen zu können. Ebenso sind sie aber nach dem Training nützlich, um unnötige Muskelanspannungen wieder abzubauen. Das umstrittene Dehnen entfällt damit für sinnvollere Einheiten.

An meinen Regenerationstagen will ich mich auch bewegen –und hab da den Schatz der vielfältigen Gruppenstunden.

 

Ich danke meinem Kollegen Herrn Dr. Frank Höfer aus München für seine Liste der Vorteile der Feldenkrais-Methode, die mich zu dieser inspiriert hat. Dabei gibt es bestimmt noch einige andere Vorteile.

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