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Spontaneität

24. Januar 2020

Ist Spontaneität tatsächlich eine Charaktereigenschaft? In seinem Buch ‚Das starke Selbst‘ schreibt Feldenkrais über Spontaneität – als der Moment, in dem ich handle, nur aus mir heraus.

Ich nutze ja gerne die Feldenkrais-Gruppenstunden, um mich selber, hauptsächlich meine Stimmung (fühle mich besser) als auch meine Bewegungen (sind präziser und leichter) zu perfektionieren. Und das ist großartig, denn in dem ganzen Sport- und Fitnessbereich findet sich keine anständige Anleitung wie denn so eine Bewegungslegasthenikerin wie ich die Koordination tatsächlich hinkriegen soll (das merke ich am deutlichsten, wenn ich in Fitness-Gruppenunterricht gehe und sehe, dass ich nie den Takt halten kann und gleichzeitig diese Schrittfolge mit der Armbewegung und dann -bumm- plötzlich auf der anderen Seite???).

Aber etwas, was ich nur in der Feldenkrais-Methode entdeckt habe, dass ist die Freiheit spontan ich sein zu können.

Das ist nicht einfach zu finden. Da muss ich meine Rollen ablegen, meine Ideale von mir (wie sportlich, kräftig), muss es unterlassen, mir vorher in Gedanken auszudenken, was denn jetzt die perfekte Bewegung wäre. Erst Handgelenk und dann Ellbogen? Oder gleichzeitig?

Spontan: das heißt ich tu es. Einfach. Einfach so. Vielleicht ein zweites Mal. Nicht schön, nicht besonders. Nicht so, dass alle von außen sehen, dass ich eine tolle Feldenkraislehrerin bin. Nicht um mit meiner Kraft zu prahlen. Nicht um ein besserer Mensch zu werden. Nicht um die Bewegung zu perfektionieren …. ganz viele Nicht.

Wie so immer: etwas ‚Nicht‘ ist ganz schön schwierig zu erreichen.‘
Geht aber.

Wer bin denn ich? In einem anderen Buch las ich mal die Frage: Nimm einen großen Sack. Stelle dir vor, du schmeißt deine Gefühle rein. Dann deine Erfahrungen, Rollen und Altlasten. Dein Denken, vor allem das über dich selbst. Und dann noch den einen oder anderen Glaubenssatz und andere Steine, die da rumliegen. Schmeiß das einfach rein in den Sack. Dann mach den Sack zu, richtig zu. Nun: und wer ist das, der/die den Sack da in der Hand hält?

In dem Moment, in dem ich etwas spontan tue, fühle ich mich frei. Denn all diese Sachen, die da in dem Sack sind, die haben meine Handlung nicht beeinflusst. Die sind in dem Sack.

Den lasse ich jetzt dann auch stehen und gehe ins Wochenende. Euch auch ein schönes Wochenende -und nehmt Säcke, die da so allein rumstehen nicht mit. Die sind einfach zu schwer!

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